Ihre Fleischerei/Metzgerei – aus einem besonderen Blickwinkel betrachtet

September 1, 2010 von Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

sicherlich ist es Ihnen auch schon aufgefallen: Die (Groß)-Städte Deutschlands werden sich in der Innenstadt immer ähnlicher, denn die Ladengeschäfte werden vielfach von den gleichen Mono-Stores großer Hersteller geprägt. Der Konsument findet in einem derartigen Mono-Marken-Store in aller Regel eine besonders große Auswahl der Marken-Artikel des betreffenden, den Mono-Store betreibenden Herstellers. Da sich vielfach Mono-Stores weiterer Marken-Artikel per Fußläufigkeit erreichen lassen, braucht sich ein Konsument vor Antritt seiner Shopping-Tour keine allzu großen Gedanken zu machen, wen er wann oder in welcher Reihenfolge aufsucht. Vielfach lässt er sich sogar einfach treiben. Folge: Die Mono-Stores steigern gemeinsam ihre Zielgruppen-Attraktivität und profitieren wechselseitig.

Zieht man daraus den nahe liegenden Schluss, ein Mono-Store sei ein praktikables Geschäftsmodell, so werden Sie – vielleicht ein wenig überrascht – feststellen, wie nah Sie mit Ihrem Fleischer-Fachgeschäft diesem Modell offensichtlich bereits seit längerer Zeit kommen. Denn:  Vielleicht offerieren auch Sie eigen fabrizierte Produkte in solider Qualität und bemerkenswert großer Auswahl und verzichten auf (Endprodukte)-Zukauf.

Einmal abgesehen von den struktur-immanenten Schwierigkeiten einer Fleischerei-Filialisierung ist es jedoch ein Faktor, der es Ihnen erschwert, sich in das Mono-Store-Segment verstärkt einzubringen:

Lebensmittel inkl. Fleisch und Wurst werden in aller Regel nicht „en passant“ eingekauft. Selbst dann, wenn Ihr Ladengeschäft in einer Fußgängerzone liegen sollte, fällt die Entscheidung, Ihre Fleischerei/Metzgerei aufzusuchen zu einem sehr hohen Prozentsatz bereits im Hause des Kunden. Das ist aber gleichzeitig Ihre Chance. Denn das bedeutet:

Der Kunde nutzt die ihm zur Verfügung stehenden Informations-Quellen, sich vorab sachkundig zu machen. Und eine solche Informationsquelle ist das Internet, das von einer zunehmenden Zahl von Usern genutzt wird. Der Einkauf beginnt heutzutage mit dem Blick ins Internet, mit dem Blick auf Ihre Website. Je beständiger diese von Ihnen zielgruppengerecht aktualisiert wird, umso besser werden Sie wahrgenommen. Zudem: Selbst die absolute Zahl der „Silver Surfer“ steigt weiter, auch ihr prozentualer Anteil an den Internet-Usern nimmt zu. Und: Die Gruppe der 50 – 59Jährigen verfügt über die meiste Kaufkraft.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Jeder Beitrag auf Fleischer/Metzger-Blog: Ein Mosaikstein zur Profilierung der Fleischerbranche im Wettbewerb mit Supermärkten und Discountern!

August 28, 2010 von Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

insbesondere der jüngste Beitrag vom 24. 08. 2010 von Fleischermeister Daniel Otte aus dem niedersächsischen Uslar-Schönhagen mit anregenden Kommentaren hat es wieder besonders deutlich gemacht. Es wird landauf – landab gespürt, wie wertvoll es ist, welch große synergetische Effekte für die Branche bundesweit erzielt werden können, wenn ein Fleischerei-Betrieb Erfahrungen publiziert, die er in seinem ganz persönlichen, regionalen Umfeld gesammelt hat. Das Erfreuliche daran ist: Je weiter einzelne Betriebe voneinander entfernt liegen, je geringer die faktischen Produkt- und (regionalen) Zielgruppen-Überschneidungen sind, umso größer ist die Bereitschaft, im Blog zu kommunizieren.

Kundenorientiertes, zielgruppenspezifisches Planen und Handeln ist für viele Fleischereien/Metzgereien inzwischen selbstverständlich; die Vorteilhaftigkeit von lokalen/regionalen Werbegemeinschaften aus unterschiedlichen Branchen mit der gleichen Zielgruppe ist von vielen erkannt worden. Die Macht der Discounter und Supermärkte wird gespürt und über Möglichkeiten geschrieben, wie aus deren Schwachstellen wie Beratungsarmut, seelenlose Info-Terminals und Schlangestehen an den Kassen Kapital zu schlagen ist. „Kombi-Läden“ mit Fleischerei und selbständiger Bäckerei werden vorgestellt, synergetische Effekt werden deutlich.

Durch Veröffentlichungen über den Wandel von Konsumgewohnheiten (Regionaltypische Erzeugnisse, Convenience-Produkte) werden gegebenenfalls frühzeitig Trends erkannt.  Die zunehmende Machtfülle der Großmärkte/Großlieferanten (siehe jüngsten Daniel-Otte-Beitrag inkl. Kommentare) wird offenbar nicht nur als Trend erkannt sondern augenscheinlich bereits als Gefahr für den Mittelständler gesehen. Folge: Die Verschiebung der betreffenden Machtverhältnisse könnte die Bereitschaft zu Einkaufs-Cooperationen unter Fleischereien -zwangsläufig- erhöhen.

Unter dem Druck der zunehmenden (Macht)-Konzentration sowohl auf der Wettbewerbs- als auch auf der Lieferantenseite könnte Fleischer/Metzger-Blog auch in Zukunft ein umso wertvolleres Ventil, Informations- und Kommunikations-Instrument für jeden einzelnen Fleischerei-Betrieb werden. Fleischer/Metzger-Blog ist offen für jeden sinnvollen Kommentar, der die Branche und somit jeden einzelnen Fleischerei-Betrieb im Wettbewerb mit Supermärkten und Discountern profilieren und nach vorne bringen könnte. Die hier im Blog wiederholt kommunizierenden Betriebe (oder solche, die der Blog-Moderation veröffentlichungswürdiges Info-Material zur Verfugung stellen), haben die relativ einfache Möglichkeit erkannt, über „kommunikative Nutzenstiftung für Kollegenbetriebe“ nicht nur die eigene Branche zu profilieren, sondern natürlich auch die Wahrnehmung ihres eigenen Betriebes zu steigern. Das ist sozusagen ein willkommener Neben-Effekt für ungewöhnliche Initiative. Vielleicht gehören auch Sie in Kürze dazu. Ich würde mich freuen.

In diesem Sinne grüße ich Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

„Effizienz ist nicht immer effizient“ oder „im Kleinen wie im Großen…“

August 24, 2010 von fleischermeisterdanielotte

Sehr geehrte Herr Kollege,

leider vollzieht sich bei vielen unserer Lieferanten im Fleischereibedarf und im Großmarkt ein Wandel, der mit der Flexibilität und der Kundenorientierung nicht mehr übereinstimmt.

In diesem Beitrag hier spreche ich beispielhaft hierzu verschiedene Situationen an, die jedoch in keiner konkreten Relation zu bestimmten Unternehmen stehen. Auch sind die Kundennamen frei erfunden.

Los geht’s:

Heute hängt ein Schild an unserer Ladentür: „Wegen Systemumstellung geschlossen!“ Wie interessant, wie aufregend; die Leute bleiben vor dem Geschäft stehen, dabei überlegend, welche Neuerungen sie erwarten. Einige aber drehen sich um und gehen verärgert weg… „Der Otte hätte ja mal was sagen können, wo bekomme ich jetzt mein Essen her..?“

Am nächsten Tag öffnet unsere Fleischerei. Alles ist moderner eingerichtet, mehr Werbung erreicht die emotionale Bereitschaft zum Kaufen. Zwischen all dem Zauber der Gefühlswelt blinken unscheinbare Preisetiketten; sind unsere Preise etwas gestiegen…? Nicht alle!

Wenn ich meinen Verkauf so handhaben würde, wie so manch ein Großmarkt es momentan praktiziert,wäre eine folgende Situation in unserer Fleischerei vorstellbar:

Genervt kommt ein Kunde mit einem großen Karton zu mir.

„He, die Leberwurstdosen sind im 10er Karton eingepackt. Leider esse ich die nur alleine, meine Frau mag lieber Sülze.“ „Kein Problem“, antworte ich. “Sülze steht im 10er Karton gleich daneben.“ „Aber ich brauche doch gar nicht soviel!“, erwidert der Kunde maulend. „Tut mir leid, logistisch ist das nicht anders möglich. Da müssen Sie halt Ihre Essgewohnheiten etwas umstellen, Ihre Frau wird das wohl sicher verstehen. Außerdem sind mir die Hände gebunden, ich bin hier auch nur angestellt!“

Schlau wie ich bin, habe ich vor unserer Neueröffnung meine Position innerhalb meines Betriebes  gewechselt; Angestellter im eigenen Betrieb zu sein löst manchmal Mitleid aus.

Dieses Mal habe ich aber Pech…„Wenn die Kartons nicht bald etwas kleiner werden, muß ich Fleischer Borstig um die Ecke aufsuchen. Ist vielleicht nicht billiger, aber ein ganzes Jahr Leberwurst esse ich nicht!“ Der Kunde verlässt sauer das Geschäft.

Wir sind modern. Und moderne Entscheidungen können auch manchmal unpopulär sein. Damit kann ich leben.

„Wo sind denn meine geliebten Tomatenleberwurstgläser? Ich kann Sie nicht finden.“ Frau Becker schaut mich ratlos an. „Ausgelistet“, sage ich. Wegen der 5 bis 6 Gläser, die sich in der Woche verkaufen, verschwende ich doch keinen unnötigen Platz für 10er Kartons. Schnell rein, schnell raus; die Reduzierung auf die Hälfte der vorherigen Artikel hat sich gelohnt. „Aber wir führen immer noch die Hausmacher Leberwurst und die Grobe.“ Und die ist jetzt umso frischer, da sie zwangsläufig stärker gekauft wird… Frau Becker schaut mich enttäuscht an.„Wie erkläre ich das meinen beiden Enkeln? Die beiden Kleinen essen doch nur diese Sorte…“ Egal, sie wird es ihnen schon irgendwie beibringen, denke ich.

Plötzlich schellt das Telefon. „Herr Otte, gut, dass ich Sie noch so kurz vor Ladenschluss  erreiche. Eben hat sich noch kurzfristig Verwandtschaft angesagt Die wollen bis morgen Abend zu meinem Geburtstag bleiben. Kann ich noch etwas Wurst bestellen??“

Typisch Herr Meier, immer der Letzte, kurz vor Ladenschluss.

„Kommissionierung nur bis 15 Uhr, tut mir leid. Ich rate Ihnen, in nächster Zeit etwas früher anzurufen, oder legen Sie sich für zu Hause doch einfach einen größeren Kühlschrank zu. Dann können Sie schnell auf die Wurst zurückgreifen, wenn sich Besuch ansagt.“

Leicht beseelt muß ich grienen; das geschieht diesen Leuten recht, die erziehe ich mir schon! Früher waren die Bestellungen vor allem vor größeren Feiertagen schon 2 Wochen vorher an der Pinnwand. Heutzutage kommen die Leute in den Laden und meinen, man hätte alles im Regal. Ich kann doch auch nicht alles lagern. Und wer möchte schon totes Kapital im Betrieb? „Aber dieses Weihnachten wird anders. Wer nicht früh genug bestellt, hat Pech gehabt. Dann gibt’s halt Rotwurststullen zum Fest!“

Die Verkäuferinnen verabschieden den letzten Kunden und schließen den Laden ab. Zufrieden schaue ich in die Verarbeitungsräume. Das Personal ist schon vor Stunden nach Hause. „Nun ja, was sollen die auch hier. Bei den wenigen Sorten, die wir jetzt nur noch herstellen, ist soviel Personal eh nicht mehr notwendig. Vielleicht sollte ich in nächster Zeit auch hier etwas kürzen oder nur noch stundenweise arbeiten lassen.“

Ich schaue in die Partyservicebestellungen und ordne meinen nächsten Tag. „Der Wandel hat sich auch hier vollzogen“, denke ich. Die Karte ist auf wenige Artikel geschrumpft. „Früher waren es an die 60 Gerichte, Renner davon waren nur ca. 25, 10 wurden ab und an gewünscht, der Rest erwies sich als Flop. Nur noch die Stars anzubieten, das sollte wohl der breiten Masse gefallen…“

Meine Frau schaut mich verwundert an. „Möchtest du jeden Tag Leberwurst essen?“, fragt sie verdutzt.

P.S.: Herr Meier kam am nächsten Tag leider nicht, um Wurst zu holen. Ich nehme an, seine Verwandschaft ist wohl doch nicht so lange geblieben. Und Frau Becker fragt immer noch bei jedem Einkauf nach der Tomatenleberwurst. Die kapiert es wohl nie…

Kennen Sie solche Situationen auch?

Jetzt könnte natürlich argumentiert werden, dass auch im Interesse des eigenen Betriebs ein solches Denken vorrangig und notwendig sein müsste.

Natürlich ist effizientes Arbeiten wichtig, sicher muss das eigene Geschäft wandelbar sein wie ein Auto, das immer mal wieder neue Reifen bekommt oder bei dem ein Ölwechsel ansteht…

Aber wenn diese Neuerungen zu Lasten der Kunden gehen, ist die Fleischerei im Ort immer der Verlierer. Unsere Kunden schätzen die Flexibilität und das Eigenengagement des Fleischermeisters; sie kaufen nicht im Discounter XYZ, sondern bei ihm. Und sie verzeihen nicht so schnell, wenn sie ihn persönlich beim Namen kennen.

Mein Appell an die Berufsehre, ohne unsere Großlieferanten anzugreifen, aber zum Nachdenken anzuregen:

Leidenschaft ist, was diesen Beruf prägt. Gute Qualität ist Voraussetzung, Individualität und Service sind unser Plus. Dessen sollten wir uns bewusst sein, wenn wir den Kunden bedienen, der zu uns kommt, weil wir auf ihn eingehen.

Mit freundlichen Grüßen

Fleischermeister Daniel Otte

Die Auszeichnung mit dem „Landesehrenpreis für Lebensmittel NRW“ – eine handwerklich strukturierte, inhabergeführte Fleischerei bekauptet sich im Kreis von Industrieunternehmen der Ernährungswirtschaft!

August 21, 2010 von Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
die mediale Informationsflut in der Lebensmittelbranche sorgt bei vielen Verbrauchern für Unsicherheit. Umso wichtiger wird es, dem Verbraucher schnell und übersichtlich verlässliche Informationen zu vermitteln, anhand derer er die Vorteilhaftigkeit eines Einkaufs in einer handwerklich strukturierten, inhabergeführten Fleischerei/Metzgerei erkennt. Gute Endverbraucher-Orientierungsgrundlagen liefern hierzu regionale Qualitätsmarken wie zum Beispiel

Geprüfte Qualität – Hessen
Geprüfte Qualität – Bayern

deren jeweilige Leistungsstandards und Nutzungsvoraussetzungen über den zugehörigen Link öffentlich einsehbar sind.

Der in Nordrhein-Westfalen im Jahre 2009 eingeführte „Landesehrenpreis für Lebensmittel NRW“ verbindet hierbei gar die nordrhein-westfälische Identität mit den anerkannten DLG-Qualitätskriterien.

Hierzu erreichte die Fleischer/Metzgerblog-Moderation jetzt eine Mitteilung der Landfleischerei Rau aus 33334 Gütersloh-Isselhorst, deren Inhaber Uwe Rau voller Stolz darauf hinweisen konnte, im Jahre 2010 gemäß einer Information vom Clustermanagement Ernährung.NRW aufgrund „seiner besonderen Qualitätsprodukte mit dem

„Landesehrenpreis für Lebensmittel NRW“

ausgezeichnet“ zu werden. Die Auszeichnung durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen sei für ihn und seinen Betrieb auch deshalb von großer Bedeutung, da gemäß schriftlicher Mitteilung des Clustermanagements Ernährung.NRW bei der Auswahl der Industrieunternehmen und Handwerksbetriebe „auf die Ergebnisse und die Systematik der zuletzt durchgeführten DLG-Qualitätsprüfungen zurückgegriffen werde […] und er zum Kreis der besten Lebensmittelunternehmen in Nordrhein-Westfalen gehöre“.

Der „Landesehrenpreis für Lebensmittel 2010“ werde am 13. September 2010 in Düsseldorf, Rheinterrassen Düsseldorf, Josef-Beuys-Ufer 33, 40479 Düsseldorf von Minister Remmel an die Unternehmen übergeben. Die Fleischer/Metzgerblog-Moderation gratuliert der Landfleischerei Rau herzlich. Mit dem Landesehrenpreis würden eine Urkunde ausgehändigt und eine Druckvorlage mit einer Goldmedaille bereitgestellt, die jedes ausgezeichnete Unternehmen werblich nutzen kann.

Fazit:
Eine eingeführte Qualitätsmarke oder ein „Landesehrenpreis für Lebensmittel NRW“ ermöglicht dem Verbraucher, über die positiven Aspekte, die er mit einer derartigen Auszeichnung verbindet, schnell und zuverlässig die so wichtigen Kauf entscheidenden Emotionen freizusetzen. Landfleischerei Rau wird deshalb sicherlich die Möglichkeiten nutzen, die eine Präsentation der Urkunde im Ladengeschäft nun einmal bietet. Ferner könnten Abbildungen der Medaille und der Urkunde auch werblich genutzt werden. Eine Gold-Medaillen-Druckvorlage ermöglicht die Etikettierung der DLG-Gold prämierten Produkte, deren Wahrnehmung und Wertigkeit hierdurch entsprechend gesteigert werden.
Die Auszeichnung der Landfleischerei Rau ist umso bemerkenswerter, als sich hier ein handwerklich strukturiertes, inhabergeführtes Unternehmen auch im Kreise von Industrieunternehmen der Ernährungswirtschaft behauptet, die sich ihrerseits in besonderem Maße um die Herstellung von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln verdient gemacht haben. Qualität ist also keine Funktion der Betriebsgröße.

Ich grüße Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Serien-Beitrag: Das Querdenk-Modell Nr. 6: Das Erkennen der Gelegenheit!

August 17, 2010 von Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
der Herbst naht mit Riesenschritten und mit ihm die Saison, in der der Verbraucher für Anregungen auf dem kulinarischen Sektor besonders empfänglich ist. Hinzu kommt: Die Herbstsaison ist zudem dicht gefüllt mit kirchlichen und weltlichen Festen, die Ihnen als Fleischer/Metzgermeister jedes Jahr aufs Neue willkommene Anregungen geben, sich mit geeigneten Angeboten unmittelbar einzubringen. Vielleicht gibt es auch in Ihrer Region inzwischen DAS Fest im Oktober, das sich am Münchner Original orientiert. Und auf diesem Fest ist vielleicht auch dieses Jahr wieder die Bewirtung der (Festzelt-)Gäste in der Hand eines einzigen Anbieters.

Ein mir persönlich bekannter Fleischermeister weit nördlich der Main-Linie hatte im Oktober letzten Jahres entgegen meiner Empfehlung zu lange gezögert, die ihm angetragene Bewirtung eines bayern-typisch geschmückten Festzeltes seiner Heimatstadt zu übernehmen, da er sich nicht so recht vorstellen konnte, wie nachhaltig ein solcher Event im Gedächtnis der Gäste verankert sein würde. Er musste anschließend jedoch zugeben, da „wohl einen Fehler gemacht zu haben“, denn „die Begeisterung war riesengroß, die Leute standen letztlich auf den Bänken und Tischen“. Die Regional-Presse habe mit Fotos berichtet; – „der Kollege“ habe Zusatzumsatz generiert, seine Reichweite erhöht, von Mund-zu-Mund-Propaganda profitiert und noch wochenlang seine „Haxn“ verkaufen können.

Umgekehrt:
Im Bielefelder Ortsteil Brackwede gibt es seit 568 Jahren den  „Brackweder Schweinemarkt“ (dieses Jahr vom 27. bis zum 30 August und traditionell mit „Ferkelverlosung“). Nach Auffassung von Beatrix Bartsch-Hoffmann und Andreas Hoffmann, die das Hotel-Restaurant Brackweder Hof in 33649 Bielefeld-Brackwede gemeinsam führen, konnte der „Brackweder Schweinemarkt“ eine Auffrischung vertragen. So trugen sie an die Organisatoren im Jahre 2009 die Idee heran, den „Brackweder Schweinemarkt“ durch ein „Brackweder Oktoberfest“ zu ergänzen und zu beleben. Schon die erste gemeinsame Veranstaltung im Jahr 2009 wurde zu einem vollen Erfolg. In diesem Jahr beträgt die Kapazität im Brackweder Festzelt auf dem Festplatz im Gleisdreieck bereits 600 Plätze – und niemand zweifelt auch aufgrund des Beiprogramms daran, die entsprechenden Eintrittskarten für die Veranstaltungstage am 27. und 28. August (Veranstaltungsbeginn jeweils 19 Uhr) restlos abzusetzen, zumal nach Aussage Beatrix Bartsch-Hoffmann die Verzehrpreise auch dieses Jahr wieder als moderat zu bezeichnen sind.

Fazit:
Kulinarisches „Bayern“ greift auch nördlich des „Weißwurst-Äquators“. Die zeitliche Begrenzung des Angebots während eines regionalen Festes im Oktober erhöht die Wertigkeit des Angebots. Zudem wird die besondere Angebots-Palette diejenigen unter den Stammkunden/Gästen erfreuen, denen Abwechslung verheißen wird. Die Wirkung des Events wird nachhaltig sein. Das Fest wird auch nach Wochen oder Monaten noch für Gesprächsstoff sorgen. Wenn sich Ihnen also eine Gelegenheit bietet, im Oktober auf einem eingeführten Fest Ihrer Region die Bewirtung zu übernehmen, sollten Sie Ihre Kalkulation vielleicht nicht nur am Ertrag-/Aufwandsverhältnis der Festtage festmachen, sondern die Langzeitwirkung bei Ihrer Teilnahme-Entscheidung ins Kalkül ziehen.
Sollten Sie demgegenüber in Ihrer Region noch kein Fest haben, das sich am Münchner Vorbild orientiert, könnten Sie im Stile von Beatrix Bartsch-Hoffmann und Andreas Hoffmann überlegen, welche regionale Veranstaltung des Herbstes sich durch Ihre Initiative optimal ergänzen ließe, um das entsprechende Oktoberfestfeeling zu erzielen.

In diesem Sinne grüße ich Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Die Stammkunden kommen zurück!

August 13, 2010 von Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

in vielen Bundesländern/Freistaaten sind die Schulferien bereits beendet oder neigen sich dem Ende zu. Die Folge: Auch in Ihrer Fleischerei/Metzgerei hat sich nicht nur die Kundenstruktur sondern auch die Kundenfrequenz z. T. recht massiv wieder geändert. Die „vertrauten Gesichter“, die „Stammkunden“ und „Intensiv-Verwender“ sind wieder da. Und die Nachfrage nach einzelnen Artikeln Ihres Sortiments verschiebt sich deutlich.

Denn:

1)      Ein heimkehrender Urlauber wird die von Ihnen angebotenen Delikatessen in den ersten Tagen und Wochen nach seiner Rückkehr als etwas ganz Besonderes zu schätzen wissen, da er sie eine ganze Weile vermisst hat.

2)      Die Stammkunden (kaufen durchschnittlich zwei bis viermal pro Monat bei Ihnen ein) und unter ihnen die Intensiv-Verwender (kaufen durchschnittlich mindestens zweimal pro Woche bei Ihnen ein) sind zurück und dominieren die Optik im Verkaufsraum und steigern die Nachfrage.

3)      Zeitgleich mit der generellen Umsatzsteigerung werden Sie sehr wahrscheinlich auch eine beträchtliche Nachfrage-Verschiebung innerhalb ihrer Produktgattungen feststellen. Begründung:

4)      Es sind die Intensiv-Verwender unter ihren Stammkunden, die sich in ihrem Kaufverhalten deutlich vom Durchschnitt Ihrer Kundschaft unterscheiden. Denn im Unterschied zum besonders wählerischen „Gelegenheitskunden“ konzentriert sich ein Intensiv-Verwender auf relativ wenige (Wurst)-Sorten, kauft diese jedoch in größeren Mengen und natürlich ex definitione auch häufiger ein. Die Folge:

5)      Einige wenige Sektoren Ihres Sortiments könnten wahre Umsatzsprünge vollziehen. Darauf sollten sie vorbereitet sein.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Offensichtlich wirkungsvoll und einprägsam: Der Fernsehspot mit dem Claim „Fleischerhandwerk – das Original“

August 9, 2010 von Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
das deutsche Fleischerhandwerk wird ab Mitte August 2010 zum fünften Mal in Folge mit einer eigenen Fernsehwerbung auf den Sendern ARD, Sat1, Pro7 und Kabel1 auf sich aufmerksam machen. Dabei wird auch dieses Jahr wieder der Fernsehspot mit dem Claim „Fleischerhandwerk – das Original“, der sich bereits im letzten Jahr als äußerst einprägsam erwiesen hat, zum Einsatz kommen.

Wie der DFV (Deutscher Fleischerverband e.V.) dazu mitteilt, wird die TV-Werbung von 58 Prozent aller erwachsenen Deutschen gesehen werden. Auch dieses Jahr gälte es wieder, den Verbraucher für die Vorteile des Einkaufs im Fleischer-Fachgeschäft zu sensibilisieren

Fleischerinnungen und Innungsbetriebe mit f-Marken-Vertrag, die eine Internetseite betreiben, könnten zudem auf eine Microsite verweisen, auf der neben dem Werbefilm weitere Informationen abrufbar seien. Zudem hätten sie auch die Möglichkeit, eine Verknüpfung zum „Original“ über die Internetadresse www.fleischerhandwerk.de/dasoriginal herzustellen. So stünde auch dieses Jahr wieder Innungen und Fleischer-Fachgeschäften eine Auswahl zusätzlicher Medien zur Verfügung, um aus der bundesweiten TV-Kampagne Zusatz-Nutzen für das Fleischerhandwerk ihrer Region oder ihren Betrieb zu ziehen.

Mein Fazit:

Auch hier gelingt es dem DFV in vorbildlicher Weise, durch die über die Gemeinschaftswerbung erzeugte Gruppen-Dynamik den Endverbraucher einerseits zu sensibilisieren und andererseits über die f-Marken-Werbung das Kauf entscheidende Vertrauen in das Fleischer-Fachgeschäft zu generieren bzw. zu unterstützen. Die unbestreitbaren Stärken des Fleischer-Fachgeschäfts wie handwerkliche Vielfalt, Qualität und Frische, freundlicher Service, Vertrauen schaffende regionale Kreisläufe und ein attraktives und angemessenes Qualitäts-Preisverhältnis werden Verkauf fördernd in das rechte Licht gesetzt.

Ich grüße Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Einschulung – ein Familienfest?

August 5, 2010 von Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

im letzten Jahr, etwa zur gleichen Zeit im August, ist auf Fleischer/Metzger-Blog ein Beitrag mit dem Thema „Einschulung ist für uns Fleischer wie Weihnachten“ veröffentlicht worden.
Die im dortigen Beitrag und den anschließenden fünf Kommentaren erkennbare Grundtendenz lautet:

Die Einschulung hat sich für so manch einen Fleischerei-Betrieb in Niedersachsen, wo die Sommerferien bereits zu Ende waren, zu einem echten Umsatzbringer sowohl im Ladengeschäft als auch im Partyservice entwickelt. „Kindgerechtes Essen“ (Zielgruppe!! Anm. d. Beitrags-Verf.), größtenteils von den Kindern mit ausgesucht, sei vielfach der Renner gewesen (O-Ton im Kommentar des Ludger Freese aus 49429 Visbek). Thomas Hönnger aus 07778 Dorndorf-Steudnitz machte in einem weiteren Kommentar die Empfehlung, über das Thema Einschulung „ein echtes Familienfest“ anzustoßen.

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Gibt es für einen Fleischer/Metzgermeister Sinn, sich dort, wo das Ferien-Ende noch bevorsteht, mit dem Thema Einschulung dieses Jahr ganz besonders intensiv zu befassen?

Ich grüße Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Link zu „Einschulung ist für uns Fleischer wie Weihnachten“

„Humorige Geschichten“ in der Wurstscheune der Landfleischerei Neumeier

August 1, 2010 von Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt

Es ist Donnerstag, der 19. Juli 2010. Die Landfleischerei Neumeier aus 37235 Hessisch-Lichtenau-Walburg  hat zur Veranstaltung „Ludwig Emil Grimm: Die Comic-Rollen“ in ihre Wurstscheune geladen; – (Fleischer/Metzger-Blog berichtete in einer Vorschau vom 08. Juli 2010.)

Einlass ist für 19 Uhr geplant; um 18 Uhr 30 treffen bereits die ersten Gäste auf dem Hof vor der Wurstscheune ein – und genießen umgehend das Ahle-Wurscht-Buffet und kalte Getränke an Stehtischen unter Sonnenschirmen.

„Gespannte Erwartung“

© Copyright 2010 Foto: mit freundlicher Freigabe durch Carsten Neumeier

Sie alle sind gekommen, um im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Europäisches Märchen- und Sagenfest“ des Kultursommer Nordhessen e.V. die Inszenierung eines „witzigen Reisetagebuchs und der grotesken Geschichte einer kurhessischen Sau“ zu erleben. „Humorige Geschichten“ sollen durch Schauspielkunst und musikalische Akzente zum Leben erweckt werden.

Wie Carsten Neumeier hierzu mitteilt, sei die Veranstaltung, zu der ein Kontingent von 104 Eintrittskarten à 15,00€ zur Verfügung stand, bereits 14 Tage vorher ausverkauft gewesen. Weitere Nachfrage sei bis zum Aufführungstag deutlich spürbar gewesen.

Der Veranstaltungsort bietet ein stimmiges Umfeld für die Aufführung, der die Gäste begeistert folgen:

„Aufmerksame Zuhörer“

© Copyright 2010 Foto: mit freundlicher Freigabe durch Carsten Neumeier

Nach gut einer Stunde ist Pause, die von den Gästen zu einem ausgiebigen Gespräch genutzt wird, schließlich hat man nicht alle Tage Gelegenheit, Kultur mit dem Genuss regional-typischer Spezialitäten an deren Herstellungsort zu verbinden.

„Plausch unter den Gästen“

© Copyright 2010 Foto: mit freundlicher Freigabe durch Carsten Neumeier

Nach Schluss der mit viel Applaus gekrönten Veranstaltung habe er, so Carsten Neumeier, große Begeisterung unter den Gästen gespürt, die aus einem Umkreis von bis zu 30 Kilometern angereist seien. Er und seine Frau Carina hätten „alle Altersstufen“ von Mittzwanzigern bis zu Hochbetagten begrüßen können. Besonders bemerkenswert sei für ihn gewesen, wie hoch der Prozentsatz möglicher Neukunden unter den Gästen gewesen sei, die ihm einen  Besuch im Ladengeschäft oder auf seiner Website in Aussicht gestellt hätten.  Obschon die Veranstaltung um 22 Uhr beendet gewesen sei, hätten sich die letzten Gäste erst eine Stunde später gegen 23 Uhr  verabschiedet. Auch das sei für ihn ein Beweis der offensichtlich verbreiteten „Wohlfühlatmosphäre“. Der deutlich spürbare Erfolg auch dieser Veranstaltung sporne ihn an, sein Konzept konsequent weiter zu verfolgen, seine Wurstscheune mit ihrer besonderen Atmosphäre immer mal wieder für besondere Ereignisse und Gruppenbesuche zur Verfügung zu stellen; denn hierdurch sei die Wahrnehmung seiner Landfleischerei im ständig größer werdenden Kundenkreis offenkundig nachhaltig.

Ich  grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Link zu „Wer hätte das gedacht: Kultur und Schwein gehen gut zusammen.“

Ferienzeit, Besucherfrequenz und Öffnungszeiten

Juli 28, 2010 von Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

da zurzeit in den allermeisten Bundesländern Sommerferien sind, hat sich sicherlich auch in Ihrem Ladengeschäft die Kundenstruktur verändert. Viele Ihrer Stammkunden sind verreist. Zwar werden jetzt von Ihnen die Gelegenheitskäufer verstärkt wahrgenommen. Fakt jedoch ist sicherlich auch bei Ihnen: die Kundenfrequenz ist rückläufig, der Umsatz im Monat Juli wird an die Erträge des Juni wahrscheinlich nicht heranreichen.

Eine zeitliche Anpassung an die Nachfragesituation durch mehrwöchige Betriebsruhe Ihrer Fleischerei werden die meisten Ihrer Kollegen und vielleicht auch Sie ausschließen, da eine Unterbrechung des Produktionsprozesses auch unter technischen Gesichtspunkten unvorteilhaft wäre und zudem die allermeisten Ihrer Kunden nun einmal Angebots-Präsenz erwarten.

Auch dieses Jahr jedoch gibt es wieder im Hochsommer einzelne Fleischereien/Metzgereien, die den Montag während der Ferienzeit schließen. Die Kundenfrequenz/Woche verteilt sich dadurch auf weniger Tage, der Montag kann zudem zum Abfeiern von Überstunden genutzt werden. Die betreffenden Fleischereien/Metzgereien stoßen bei ihrer Kundschaft diesbezüglich offenbar auf Verständnis. Für eine entsprechende Entscheidungsfindung Ihrerseits wären auch Faktoren wie Fleischerei-Standort, Wettbewerbs-Umfeld und Kundenstruktur heranzuziehen.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)