Konsequent zu Ende gedacht

August 25th, 2016

Warum Sie eine Unternehmer-Entscheidung hinterfragen sollten

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

in Ihrem Berufsleben gibt es immer wieder Momente, in denen Unternehmer-Entscheidungen beträchtlicher Reichweite zu fällen sind; seien es größere Investitionsentscheidungen, Umsetzung von fleischerhandwerklichen Innovationen oder gar Übernahme von Wettbewerbern auf Augenhöhe. Und natürlich haben Sie als verantwortungsbewusster Handwerksmeister die Folgen Ihrer jeweiligen Entscheidung im vorhinein bedacht: Sie haben eine Wirtschaftlichkeits- oder Rentabilitäts-Analyse durchgeführt oder durchführen lassen, haben Reaktionen der Kundschaft berücksichtigt und eventuell gar auch mögliche Konkurrenz-Maßnahmen  ins Kalkül gezogen. Und die positiven Auswertungsergebnisse der erlangten Daten und Informationen bestärkt sie darin, entsprechend offensiv zu handeln.

Doch vornehmlich dann, wenn Sie ein zwar verantwortungsbewusster aber optimistischer Typus sind, sollten Sie Ihre Unternehmer-Entscheidung hinterfragen. Denn positive Erfahrungen, die Sie in der Vergangenheit gemacht haben, lassen sich nicht so einfach in die Zukunft projizieren. Der Grund ist einfach: Der Anteil, den das Glück oder der Zufall bei der Entwicklung Ihres Unternehmens in der Vergangenheit gespielt hat, wird gern übersehen. So formulierte schon Friedrich Nietzsche: „Kein Sieger glaubt an den Zufall.“ Und Lehren, die aus der Vergangenheit gezogen werden, sind umso trügerischer, je größer der Anteil des Zufalls am Erfolg gewesen ist. Hinzu kommt: Die Zukunft ist mit Unsicherheit behaftet, die schnell zum (Betriebs)-Risiko wird, wenn wie für Unternehmer-Entscheidungen typisch, massiv (Investitions)-Kapital gebunden und die Reaktionsfähigkeit auf unvorhergesehene Ereignisse hierdurch deutlich eingeschränkt wird. (Die Versuch-und-Irrtum-Methode, die eine Strategie der kleinen und kostengünstig korrigierbaren Schritte empfiehlt, greift hier also nicht.) Umso eher könnten Konjunktur-Schwankungen oder gar -Einbrüche, unvorhersehbare neue Konsumtrends, Ausfall einer betrieblichen Schlüsselperson das gewünschte Ergebnis negativ beeinflussen.

Deshalb könnte es sinnvoll sein, eine Unternehmer-Entscheidung und deren  Folgen auch in Hinblick auf ein mögliches Scheitern zu betrachten. Ein derartiges Szenario könnten Sie umso besser durchspielen, je mehr erfahrene, fachkompetente Personen in Ihrem Betrieb und/oder Ihrer Familie sind, die sich von Ihnen durch Temperament und Wagemut wesentlich unterscheiden und die die Wirklichkeit anders wahrnehmen als Sie. So könnte ein Negativ-Szenario mit all seinen Folgen für Ausgaben und Reputation Sie veranlassen, Ihren Optimismus noch einmal zu überdenken.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Autor des aktuellen Strategie-Buchs „Die Metzger-Bibel

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt
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Die Ferien-Rückkehrer

August 18th, 2016

Die Erwartungshaltung Ihrer Stammkunden nach Beendigung ihrer Ferienreise

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

spätestens dann, wenn die Sommerferien zu Ende gehen ändert sich die Kundenstruktur in Ihrem Ladengeschäft. Die vertrauten Gesichter Ihrer Stammkunden und Intensiv-Verwender bestimmen wieder die Optik im Kundenbereich.

Schnell werden Sie auch dieses Jahr wieder feststellen, in welch hohem Maße Ihre regional- und saisontypischen Angebote nachgefragt werden. Denn je weiter entfernt ein Urlauber Ferien gemacht hat und je länger dieser Urlaub dauerte, umso mehr hat er die handwerklich hergestellten, heimischen Qualitätsprodukte seiner (Lieblings)-Fleischerei vermisst. So werden sodann selbst Ihre Standard-Produkte als etwas ganz Besonderes wahr genommen und entsprechend bevorzugt. Und als kommunikativer Fleischer/Metzgermeister wissen Sie natürlich, wie man derzeit Kauf entscheidende Emotionen erzeugt, indem man den Schilderungen von Ferienerlebnissen interessiert zuhört.

Jedoch: je größer der Anteil älterer Kunden in Ihrem Ladengeschäft ist, umso mehr wird das Einkaufsverhalten durch Sparsamkeit geprägt. Das wird Ihnen nicht nur aus Gesprächen via Bedien-Theke bekannt sein – und zwar genauso bekannt wie der Wunsch  dieser Kundengruppe nach (Provenienz)-Sicherheit der Produkte. Und doch gibt es einen Faktor, der neben der Änderung der Kundenstruktur bedeutsam ist: So manch einer, der gerade von seinen Ferien fern der Heimat zurückgekommen ist, wird nach seiner Rückkehr besonders sparsam sein, da Ferien nun einmal sein Budget belasten. Eine zwischenzeitlich von Ihnen entwickelte preiswerte (Saison)-Varietät zu einem oder mehreren Ihrer Bestläufer und/oder zeitlich begrenzte Sonder-Angebote könnten wohlwollende Aufmerksamkeit erregen.

Andererseits jedoch könnten oder sollten Sie die Präsentation zwischenzeitlich von Ihnen entwickelter vollständig neuer Kreationen so lange verschieben, bis die Euphorie ein wenig abgeklungen ist und auch der Konservativste unter Ihren Kunden wieder  Abwechslung erwartet.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Autor des aktuellen Strategie-Buchs „Die Metzger-Bibel

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt
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Problemlösung als Herausforderung

August 11th, 2016

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

natürlich möchten Sie Ihren Betrieb im Wettbewerb weiterhin  ganz vorn wissen und natürlich halten Sie laufend Auge und Ohr offen, um den nächsten Trend nicht zu verpassen oder diesen gar selber kundenwunschgerecht zu setzen und zu gestalten. Erfahrungsgemäß kommen sicherlich Read the rest of this entry »