Der Erstbesucher – und die Chance zur Kundenbindung

November 22nd, 2017

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

Je länger Sie Ihren Betrieb standortfix in bevorzugter Lage führen, umso größer ist in aller Regel auch dessen Reichweite; ein beträchtlicher Teil der Wohnbevölkerung Ihres Ortes kennt Sie. Im Laufe der Zeit haben Sie eine solide Stammkundschaft aufgebaut, und so manch ein Stammkunde ist inzwischen zu einem Intensiv-Verwender geworden. Sie kennen über das Kunden-Feedback via Bedientheke die kulinarischen Wünsche und Vorlieben Ihrer Kernzielgruppen und haben Ihr Grundsortiment entsprechend wunschgerecht ergänzt. Die Folge:

Ihr Betrieb hat eine ganz bestimmte (Angebots)-Struktur, macht eine konkrete Aussage und wird entsprechend wahr genommen. D. h. der (Stamm)-Kunde, aber auch der lässige Flaneur bildet sich sein Urteil. Zwar machen sicherlich auch Sie, der Pareto-Gesetzmäßigkeit entsprechend, mit Ihren Stammkunden und Intensiv-Verwendern (und das sind in der Regel etwa ein Drittel Ihrer Kunden) über 2/3 Ihres Umsatzes. Sie sind aber stets interessiert, Neukunden zu acquirieren. Betritt also ein Neukunde oder Erstbesucher (lässiger Flaneur, Gelegenheitskäufer, Tourist oder (Geschäfts)-Reisender) Ihr Ladengeschäft, wird letztlich das Gefühl, mit dem er  Ihr Ladengeschäft anschließend wieder verlässt, darüber entscheiden, ob er beim nächsten Mal Ihren Betrieb als Anlaufstelle favorisiert. Denn entscheidend für die weitere Bevorzugung Ihres Betriebes ist die besondere Leistung (im Fachjargon: die emotionale Nutzenstiftung), die Sie und Ihr Team ihm bei seinem Erstbesuch erbracht haben. Und unabhängig davon, ob diese Leistung in Art und Umfang Ihres Sortiments, im Preis/Leistungsverhältnis oder in der Kommunikationsbereitschaft und Beratungsqualität Ihres Teams gelegen hat:

Der Kunde bildet sich spätestens dann sein Urteil, nachdem er seinen Einkauf zu Hause oder in einer komfortablen Sitzecke Ihrer Fachfleischerei auch buchstäblich genossen hat. Und: Die emotionale Nutzenstifung wirkt nachhaltig Schon bei seinem zweiten Besuch könnte sich sein (positives) Urteil, den Ersteindruck bestätigend, verfestigen. Und Sie könnten den Grundstein für eine dauerhafte Kundenbeziehung gelegt haben.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Autor des aktuellen Strategie-Buchs „Die Metzger-Bibel“

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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Externe Impulse, Emotionen und Aktionen

November 14th, 2017

Sehr geehrter Herr Fleischer7Metzgermeister,

schon immer wurden in der Herbst- und Wintersaison Fleisch und Wurstwaren verstärkt nachgefragt. Zudem läuft die Konjunktur derzeit in Deutschland rund. Da zudem die Niedrigzinsphase kaum Anregung zum Sparen bietet, fließt ein beachtlicher Teil des Einkommens in den Konsum. Entsprechende, den Konsum stärkende Impulse, die sicherlich auch in Ihrer Fleischerei/Metzgerei wahr genommen werden konnten, werden in Kürze gar verstärkt durch die nahende Adventszeit. Und damit bin ich auch schon beim Thema; denn Sie könnten bereits den Monat November nutzen, um Ihr Angebot für die Adventszeit in behutsam kleinen Schritten vorzubereiten. So könnten Sie im persönlichen Gespräch mit Ihren Stammkunden rechtzeitig ausloten, was auch dieses Jahr wieder auf gar keinen Fall unter den saisontypischen Angeboten fehlen darf oder was man im letzten Jahr schmerzlich vermisst hat. Sie könnten auch das erste Exemplar aus Ihrer neuen Saison-Kategorie vorstellen, um rechtzeitig herauszufinden, ob Sie mit dieser Produkt-Kategorie gar neue Wünsche wecken könnten.

Bestärkt Sie Ihr Kunde durch sein Feed Back, treffen Sie also mit Ihrem Wünsche-Wecken ins Schwarze, brauchen Sie Ihre fleischerhandwerklichen Kreationen als Wunscherfüller nur noch „nachzureichen“. Und sicherlich spüren Sie und Ihr Team bereits jetzt: Auch dieses Jahr wieder setzt die bevorstehende Advents- und Weihnachtszeit wertvolle Impulse, da Sie die ersten Anfragen nach saisontypischen Produkten vorliegen haben oder die ersten Partyservice-Aufträge entgegennehmen konnten.

Und so könnte auch dieses Jahr wieder der Monat Dezember mit seiner Advents- und Weihnachtszeit sowie Silvester zum umsatzstärksten Monat des Jahres werden. Denn Ihre Kunden betreten demnächst mit einer ganz bestimmten Erwartungshaltung Ihr Fleischerfachgeschäft, die von außen (also ohne Ihr Zutun) durch das nahende Weihnachtsfest geschürt wird.  Zudem wird die Kundenfrequenz erfahrungsgemäß zunehmen. Eine ansprechende Dekoration in ihrem Ladengeschäft könnte unterstützende Impulse setzen, um KAUF ENTSCHEIDENE Emotionen auszulösen. Zudem wird die Wertigkeit Ihrer Produkte durch die enge zeitliche Begrenzung Ihres Advents- und Weihnachtsangebots erhöht. Gefällige Produktnamen mit Regionalbezug Ihrer neuen Kreationen steigern die Identifizierungsmöglichkeit der Lokalpatrioten unter Ihren Kunden  mit Ihrem Angebot. Wenn es Ihnen darüber hinaus gelingt, Verwendungs- oder Verzehrsituationen rechtzeitig auf Ihrer Website zu visualisieren, könnte eine solche Maßnahme in Verbindung mit den dargestellten Faktoren zum entscheidenden Alleinstellungsmerkmal Ihrer Fachfleischerei werden.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Adventszeit und grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Autor des aktuellen Strategie-Buchs „Die Metzger-Bibel“

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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